Legasthenie bedeutet nicht, dass ein Kind weniger intelligent, faul oder unkonzentriert ist. Auch ist Legasthenie keine Krankheit im klassischen Sinn. Vielmehr verarbeitet und speichert das Gehirn Informationen rund um Buchstaben, Laute, Wörter und Schriftsprache auf eine besondere Weise. Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie beschreibt Legasthenie als besondere Schwierigkeit beim Erlernen des Lesens und/oder Rechtschreibens und betont zugleich die Bedeutung von Förderung, Toleranz und Chancengleichheit.
Für betroffene Kinder kann der Schulalltag dennoch sehr belastend sein. Sie üben oft viel, machen aber trotzdem immer wieder Fehler. Das kann zu Frust, Unsicherheit und dem Gefühl führen: „Ich kann das einfach nicht.“ Genau hier setzt ein gutes Legasthenie-Training an.
Mir ist wichtig, Legasthenie wertschätzend zu betrachten. Das Kind soll verstehen:
Mit mir ist nichts falsch. Ich lerne nur anders – und ich darf meinen eigenen Weg finden.
Im Training geht es daher nicht nur darum, Fehler zu verbessern. Es geht darum, das Kind zu stärken, passende Strategien zu entwickeln und wieder mehr Sicherheit im Umgang mit Lesen, Schreiben und Rechtschreibung aufzubauen.
Legasthenie kann pädagogisch sehr gut begleitet werden. Durch gezielte Übungen, klare Strukturen und regelmäßiges Training können Kinder lernen, besser mit ihren Schwierigkeiten umzugehen und Schritt für Schritt mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu gewinnen. Die AFS-Methode beschreibt dafür einen pädagogisch-didaktischen Zugang über Aufmerksamkeit, Sinneswahrnehmungen/Funktionen und konkrete Symptome beim Lesen, Schreiben oder Rechnen.
m Kind Werkzeuge mitzugeben, damit es seinen eigenen Lernweg findet und mit mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und Zuversicht weitergehen kann.
Das Ziel ist nicht, ein Kind „umzubiegen“ oder nur Leistung zu verlangen. Ziel ist, dass das Kind sich selbst besser versteht und einen guten, persönlichen Umgang mit seiner Legasthenie findet.
Im Mittelpunkt stehen:
Sicherheit im Umgang mit Buchstaben, Lauten, Silben, Wörtern und Texten
Strategien, die zum Kind passen und im Alltag helfen
Selbstvertrauen, damit Lernen wieder leichter und mutiger möglich wird
Entlastung, weil das Kind merkt, dass seine Schwierigkeiten erklärbar und veränderbar sind
Freude am Lernen, weil Fortschritte sichtbar werden dürfen
Jedes Kind bringt eigene Stärken mit. Im Legasthenie-Training darf es diese Stärken entdecken und erleben, dass Lernen nicht nur mit Druck, Fehlern und Anstrengung verbunden sein muss, sondern auch mit Ruhe, Vertrauen und Erfolgserlebnissen.
Besonders wichtig ist mir, dass Kinder nicht auf ihre Fehler reduziert werden. Legasthenie sagt nichts über den Wert, die Intelligenz oder die Zukunftsmöglichkeiten eines Kindes aus. Viele Kinder mit Legasthenie sind kreativ, einfallsreich, mündlich stark, sozial feinfühlig oder denken besonders bildhaft und vernetzt.
Wenn ein Kind versteht, warum ihm Lesen oder Schreiben schwerfällt, kann es aufhören, sich selbst dafür abzuwerten. Das ist oft ein wichtiger erster Schritt. Danach kann Förderung viel leichter gelingen.
Ich begleite Kinder in einer ruhigen und wertschätzenden Atmosphäre. Die Förderung wird individuell aufgebaut und orientiert sich daran, wo das Kind gerade steht und was es als Nächstes braucht.
Dabei geht es um mehr als Üben. Es geht darum, dem Kind Werkzeuge mitzugeben, damit es seinen eigenen Lernweg findet und mit mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und Zuversicht weitergehen kann.
Legasthenie verständlich erklärt: Auf LegaKids finden Eltern und Kinder kurze, hillfreiche Erklärvideos rund um LRS und Legasthenie.